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Corporate Blog der Christlichen Kooperationsbörse

Kooperation statt Konkurrenz 1

Kooperationen von Unternehmern, deren Tätigkeitsfelder sich ergänzen sind üblich und gelebte Praxis. Verbesserungsfähig hierbei ist lediglich, bei der Auswahl der Kooperationspartner zukünftig vermehrt auf ähnliche ethische Werte der Unternehmensleitung in Theorie und Praxis zu achten. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit von Enttäuschungen und betriebswirtschaftlichen Risiken für das eigene Unternehmen reduziert, die durch die mangelnde Übereinstimmung der Unternehmensethik entstehen können. Dies gilt insbesondere für das Krisenverhalten von Unternehmen.

Im folgenden geht es allerdings um Fragen der Kooperation unter Konkurrenten.

JerusalemIst es möglich ein Unternehmen aus der selben Branche mit der identischen Zielgruppe als Kooperationspartner zu sehen? Kann man die Skepsis oder die Vorbehalte gegenüber dem Konkurrenten beiseite schieben? Kann man dieses Unternehmen nur als Kooperationspartner sehen und bewußt nicht mehr als Konkurrent, ohne an Realitätsverlust zu leiden. Was wenn man einmal Kunden an besagtes Unternehmen in der Vergangenheit verloren hat, oder sich schon immer über die Preispolitik dieses Unternehmens geärgert hat, oder sowieso viele Ratschläge hätte, was dieses Unternehmen anders machen sollte? Oder was, wenn man noch nie von diesem Unternehmen aus der selben Branche gehört hat?. Vielleicht ist es zu klein oder zu unbedeutend und finanziell unsolide um mein Kooperationspartner zu werden? Und wozu brauche ich überhaupt Kooperationspartner?

Lateinisch „cooperatio“ heißt Zusammenarbeit, Mitwirkung meist zum Nutzen aller Beteiligten. Der zugehörige Grundsatz lautet „Quid pro quo“ (lat.: dieses für das) besagt, das jemand, der etwas gibt, dafür eine angemessene Gegenleistung erhalten soll. Eine deutsche Entsprechung wäre: „Eine Hand wäscht die andere“.

Kooperationspartner eröffnen sich also gegenseitig Möglichkeiten, die sie alleine so nicht hätten. Es geht um die freiwillige Zusammenarbeit von Unternehmen, die rechtlich selbstständig bleiben.

Es kann grundsätzlich zwischen zwei Grundprinzipien der Kooperation unterschieden werden:

  • Die synergetische Kooperation, in der Neues durch die Kooperation geschaffen wird, welches durch die Einzelteile nicht möglich ist (z.B. Spezialentwicklungen) und
  • die additive Kooperation, in der Prozesse oder Abläufe durch die Kooperations-partner zusammengefasst werden, um einen optimierenden Effekt zu erzielen (zum Beispiel Beschaffungs-Gemeinschaften)

Mögliche Formen von Kooperationen sind Gelegenheitsgesellschaften, Interessengemeinschaften, Kartelle, Gemeinschaftsunternehmen / Joint Ventures, Symbiosen und Intersektorale Kooperationen (z. B. Sustainability-Netzwerke) Grenzen der Kooperation von Unternehmen liegen z.B. in der der Schädigung von Dritten. Daher werden Kooperationen beschränkt durch das Kartellrecht.

Selbst bei extrem antikooperativen Verhältnissen, wie bei den Grabenkämpfen im Ersten Weltkrieg, wo eine Gruppe gegen einen Feind kooperiert, entstand mitunter eine Art Kooperation zwischen den Feinden. So vermieden die gegnerischen Soldaten zeitweilig, sich zu beschießen, wenn Nahrung kam, oder wenn Verwundete abtransportiert wurden.

Konkurrenzsituationen in der Wirtschaft werden ebenfalls häufig als Feindsituationen definiert (bewußt oder unbewußt). „Fressen und gefressen werden“, „Sieg und Niederlage“, Kampf um den Auftrag sind die bekannten Denkmuster, die uns die Öffnung zum gleichartigen Unternehmen erschweren.

Hinzu kommen möglicherweise eigene oder fremde Negativerfahrungen gefolgt von Enttäuschungen, dort wo diese Öffnung doch einmal versucht worden war in der Vergangenheit.

Doch demgegenüber stehen die Aufrufe der Bibel, die da lauten:

  • Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst (Matthäus 22,39-40)
  • Seid gütig zueinander, barmherzig, und verzeiht einander, so wie auch Gott euch verziehen hat in Christus (Epheser 4,32)
  • Fördert Euch gegenseitig, jeder mit der Gabe, die Gott ihm geschenkt hat (1.Petrus 4,10)

Bleibt nur die Frage, ob das auch für Christliche Unternehmer/Innen gilt?

  • Liebe das andere Christliche Unternehmen was Du z.B. in der Christlichen Kooperationsbörse findest, wie Dich selbst?
  • Verzeihe auch dem Christlichen Unternehmer, der Dich vielleicht sogar im Namen Gottes verletzt und enttäsucht hat, weil Gott selbst auch uns verziehen hat?
  • Verwende einen Teil Deiner Zeit um den anderen Christlichen Unternehmer zu fördern, weil Gott einst fragt, was wir mit unseren Talenten angefangen haben?

Aufgrund der Tiefe von Verletzungen und der Kombination von unternehmerischem Erfolg mit gelebter Nächstenliebe tun sich christliche Unternehmer keineswegs leichter mit vertrauensvoller Kooperationen. Und dann noch unter Konkurrenten? Ist das nicht möglicherweise zuviel verlangt?

Ich denke nein, und Mut macht mir das Beispiel des Ersten Weltkriegs. Denn wenn sogar solche Feinde Wege der Kooperation gefunden haben.

Der eingangs erwähnte Ansatz Quid pro quo wird übrigens nach Aussage von Wikipedia in der Soziologie und der Spieltheorie als Erklärungsansatz herangezogen, um kooperatives Verhalten bei Egoisten (Individuen) zu erklären.

Wenn dem so ist, ist es also grundsätzlich auch Christen, die in der selben Zielgruppe und Branche tätig sind möglich, Konkurrenten als Kooperationspartner zu sehen.

Folgende 7 Fragen helfen Ihnen das Potential aus solchen Kooperation für Ihr Unternehmen und Ihre Zukunft zu erkennen.

  1. Wer hat größeres Verständnis und kann die eigene unternehmerische Situation besser nachempfinden, als mein unmittelbarer Konkurrent?
  2. Wer ist der qualifierteste Gesprächspartner in puncto Produktentwicklung, Produktqualität, Geschäftsideen, Erfahrungshorizont, Ratschläge, Zukunftsmärkte, Behördenprobleme, gemeinsame Interessensvertretung?
  3. Wer ist der am ehesten geeignete Unternehmer, um meine Engpässe z.B. bei Kapazitäten (Maschinen) oder schwacher Auftragslage auszugleichen
  4. Wer ist der geeignetste Unternehmer, um meinen Fachkräftemangel zu kompensieren, der allgemein in Zukunft dramatische Auswirkungen haben wird
  5. Wer ist der geeigneste Unternehmer um Auftragsspitzen zu bewältigen ohne unnötige Mehrkapazitäten im eigenen Unternehmen schaffen zu müssen?
  6. Wer hat Kompetenzen und Fähigkeiten die in meinem spezifischen Markt benötigt werden, über die ich jedoch selbst nicht verfüge?
  7. Wer wäre vielleicht auch mal an einer Übernahme, dem Kauf, oder der Fortführung des Unternehmens interessiert?

Trauen Sie sich auf Ihre Konkurrenten zuzugehen. Insbesondere wenn die Unter-nehmensleitung aus Christen besteht. Nicht nur weil es heißt:

Tue Gutes allermeist am des Glaubensgenossen…(Galater 6,10)

sondern auch aufgrund der für diese Kooperation zwingend erforderlichen Vertrauensvorschussens und der Vermeidung unternehmerischer Risiken.

Die Christliche Kooperationsbörse GmbH will Ihnen bei der Eröffnung dieser Möglichkeiten behilflich sein. Christliche Unternehmer/Innen und solche, die sich den christlichen Wertmaßstäben als Basis Ihres wirtschaftlichen Handelns verpflichtet haben, finden Sie unter www.christliche-kooperationsboerse.de.

Frank Brandenberg

Bild: © stock.xchng (SXC)


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1 Kommentar

  1. Lieber Frank Brandenberg,
    meine Erfahrungen in der „christlichen Szene“ sind sehr oft, wie Freikirchen gegen Volkskichen und umgekehrt, Freikirchen gegen Freikirchen, dazu kommt das Richten über den anderen Glaubenden, obwohl Bruder oder Schwester am Leib unseres Herrn. Die Zersplitterung der Glaubenden schmerzt mich jedes Mal, wenn ich es hören oder lesen muss.
    Deine Ausführungen im Blick auf die Wirtschaftsunternehmen sprechen mir voll aus dem Herzen, und wir haben auch schon oft darüber gesprochen. In der CKB sprechen wir von „Dienen im Netzwerk. Wir stehen auch im Wettbewerb mit anderen Anbietern an dieselbe Zielgruppe von Menschen, die es Ernst mit ihrem Glauben nehmen wollen.
    Als CKB sollten wir verstärkt hier als Vorbild die Kooperation mit den Mitbewerbern wie idea, Christfirm und anderen intensivieren. Für mich wäre das ein ganz wichtiger Schritt zur Glaubwürdigkeiot uns selbst und den Unternehmen in der Zielgruppe gegenüber.

    Walter Theymann, Mitgesellschafter der CKB