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Reiß es nieder!

„[…] da sprach der HERR zu ihm: Nimm einen Jungstier von den Rindern, die deinem Vater gehören, und zwar den zweiten Stier, den siebenjährigen! Und reiße den Altar des Baal, der deinem Vater gehört, nieder und die Aschera, die dabei [steht], haue um! Und baue dem HERRN, deinem Gott, einen Altar auf dem Gipfel dieser Bergfeste in der [rechten] Weise! Und nimm den zweiten Stier und opfere [ihn] als Brandopfer mit dem Holz der Aschera, die du umhauen sollst!“ (Richter 6:25-26; Elberfelder)

Was wäre, wenn Gott uns beauftragen würde die götzendienerischen Sachen unserer Väter zu zerstören, einen Altar für den Herrn zu bauen und darauf ihr zweitwertvollstes Gut zu opfern? Unser Gehorsam würde uns dann ganz schön in Schwierigkeiten bringen, nicht wahr? Ich stelle mir gerade die Freunde in Afrika vor, die mit dem weit verbreiteten Ahnenkult (sicher einer ihrer größten Götzen) kurzen Prozess machen müssten. Wir hier in der westlichen Welt haben es da wohl eher mit Philosophien, intellektuellem Wissen oder Altären in Form von Banken, Börsen und Einkaufstempeln zu tun.

„Gideon […] machte alles, wie der Herr es ihm aufgetragen hatte. Er tat es jedoch im Schutz der Nacht, weil er sich vor seinen Angehörigen und den Männern der Stadt fürchtete.“ (Richter 6:27, Die Gute Nachricht)
Gideon fürchtete sich zwar, war aber gehorsam. Cool! Gott erwartet übrigens von jedem seiner Kinder, neben Ihm weder einen anderen Gott zu haben noch anzubeten (z.B. 2. Mose 34:14; 3. Mose 19:4+31). Obwohl Gideon also aus Furcht vor möglichen negativen Reaktionen seiner Mitmenschen zitterte, gehorchte er Gott trotzdem mehr als den Menschen (Apostelgeschichte 5:29) und korrigierte, was schon lange aus dem Lot geraten war.

Reiß es nieder!Würden wie wie Gideon handeln? Handeln wir wie Gideon? Unsere Baal-Altäre und Ascheras sehen heute natürlich ganz anders aus, aber es gibt sie immer noch. Auch wenn wir nicht sprichwörtlich davor niederknien und es anbeten so ist das Weltfinanzsystem doch eines dieser gefährlichen Götzen unserer Zeit. Denn indem wir unsere Hoffnungen und unser Vertrauen in etwas packen, das in direktem Kampf mit Gott um unsere Liebe steht (Matthäus 6:24), betreiben wir Götzendienst. Sind wir also bereit, diesen „Altar“ in unserem Leben „einzureissen“, indem wir den zerstörerischen Aufbau des Systems bloß-stellen und unserer Abhängigkeit davon in Wort und Tat abschwören, und uns wieder zu Gott, unserer wahren Versorgungsquelle, hinwenden? Auch wenn wir unschöne Reaktionen wie Verhöhnung und Feinseligkeit unserer Mitmenschen befürchten müssen?

„Da gingen die Männer der Stadt zu Joasch und verlangten von ihm: “Gib deinen Sohn heraus! Er muss sterben. Er hat den Altar Baals eingerissen und den geweihten Pfahl umgehhauen.“ Aber Joasch sagte zu allen, die drohend um ihn herumstanden: „Was mischt ihr euch in die Angelegenheiten Baals? Ist es vielleicht eure Sache, für ihn einzutreten? Wenn er ein Gott ist, soll er selbst kämpfen und sich dafür rächen, dass man seinen Altar eingerissen hat. […]“ (Richter 6:30-31, Die Gute Nachricht)

Die Reaktion von Gideon’s Vater war echt verblüffend, denn kulturell war wohl eine harte Bestrafung des Sohnes für seine aufsässige Haltung angebracht. Joasch aber unterließ das und verteidigte sein Gottesfürchtiges Kind sogar noch. Überdies wies er die feindselige Menge, für die ihre Welt zusammengebrochen war, scharf zurecht. Seine dreiste Behauptung, dass Baal sich schließlich selbst helfen kann, wenn er denn ein echter Gott ist, empfinde ich für solch ein götzendienerisches Umfeld recht mutig und sehr erfrischend.

Persönlich bin ich manchmal schon geschockt welche Feindseligkeit mir entgegengebracht wird, wenn ich den “Altar” unseres götzendienerischen Weltfinanzsystems “niederreiße”, das generell doch sehr unkritisch als Lösung und Heilsbringer unserer Wirtschaftsprobleme “angebetet” wird. Sind wir zu verblendet um zu erkennen wie dieses System unser Leben regiert und unseren ganzen Einsatz für sich beansprucht und sich dabei dem Herrn unserem Gott in vielfacher Hinsicht entgegenstellt und widersetzt? Oder wollen wir einfach die unbequeme Wahrheit nicht hören und sehen? “Ihr könnt nicht Gott und dem Geld dienen”, ermahnt uns Jesus. Also können wir uns als Gläubige nicht aus der Verantwortung stehlen, diesen Götzen bloßzustellen und zu zerstören.

Heute, da wir erleben wie die zerstörerische Kraft unseres Geldsystems zunehmend zur Entfaltung kommt (das Schlimmste kommt erst noch!), müssten wir doch endlich zu der Überzeugung gelangen, wie groß dieser “Altar” unserer Vorväter mittlerweile geworden ist. Es wird Zeit, dass wir ihn niederreissen …

Gottfried Hetzer

Hinweise: 
(1) Dieser Artikel spiegelt die Erkenntnisse, Gedanken und persönliche Meinung des Verfassers wider und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bild: © stock.xchng (SXC)


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