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Personalabbau

Personalabbau„[…] der Herr sagte zu Gideon: „Dein Heer ist zu groß! So kann ich die Midianiter nicht in eure Hand geben. Sonst werden die Leute von Israel am Ende prahlen und sagen: ‘Der eigenen Hand verdanken wir unsere Rettung!’  Darum lass […] ausrufen, dass alle, die Angst haben, nach Hause gehen.“ Da gingen 22.000 wieder heim, nur 10.000 blieben bei Gideon. Doch der Herr sagte zu Gideon: „Dein Heer ist immer noch zu groß. Führe die Männer hinunter zur Quelle, dort will ich selbst die Auswahl treffen. […].“ Gideon führte die Männer zum Teich an der Quelle. Dort sagte der Herr zu ihm: „Wer sich hinwirft und das Wasser mit der Zunge aufleckt wie ein Hund, den stell auf die eine Seite; und wer sich zum Trinken hinkniet, den stell auf die andere.“ […] Der Herr sagte zu Gideon: „Durch die 300 Männer, die das Wasser mit der Zunge geleckt haben, will ich Israel retten und die Midianiter in deine Hand geben. Die anderen sollen nach Hause gehen.“ “ (Richter 7:2-7, Die Gute Nachricht)

Gideon’s 32.000 Mann starke Armee stand einer übermächtigen midianitischen Macht von 135.000 Soldaten gegenüber (Richter 8:10). Statistisch musste sich also jeder Israeli mit 4,2 Midianitern schlagen, eine Siegeschance von knapp unter 24%. Sorgfältige Prüfung der Sachlage hätte deshalb zum Rückzug aus diesem Konflikt oder alternativ einer Verstärkung der Einsatztruppe führen müssen. Menschlich gesehen musste jede erfahrene, ausgewogene Einschätzung den weiteren Abbau des Heers auf zunächst knapp 1/3tel und dann sogar auf unter 1% der ursprünglichen Personalstärke als unlogisch, selbstmörderisch und ein Akt des Wahnsinns einstufen. Statistisch sank die Siegeschance so auf gerade mal 0,2%!

0,2% – das mag für die Zaubertrank-trinkenden, dem Römischen Imperium trotzenden Gallier aus Asterix & Obelix ebenbürtig sein, nicht jedoch im echten Leben, wo wir uns keiner Zauberei bedienen. Die Geschichte und eigene Erfahrung zeigen doch, dass, anders als in Comics und Hollywoodfilmen, die Starken immer die Schwachen, die Großen die Kleinen, und die Vielen die Wenigen verschlucken. Warum hier also Personalabbau?

Obwohl stets ein Thema beim Militär, ist Personalabbau heutzutage doch eher ein „Allheilmittel“ in der Wirtschaft. Personalreduzierung heißt, Mitarbeiter feuern, entlassen, bzw. freisetzen um durch Kosteneinsparung der überlegenen feindlichen Bedrohung (Wettbewerb) standzuhalten oder besser noch, sie auszuschalten. Personalabbau gehört zum Überlebensmodus-Werkzeugkasten der Wirtschaft und wird gern und häufig genutzt, weil es üblicherweise schnell gewünschte Resultate bringt. Finanzieller Profit durch Personalabbau ist heute eine grausame aber generell akzeptierte Notwendigkeit, wo Mitarbeiter geopfert werden um uns und andere zu retten. Leider scheren sich die Verantwortlichen selten wirklich um diejenigen, die im Kalten stehen gelassen werden.

Dieser weltliche Ansatz war jedoch nicht die Basis für Gottes Entscheidung, das Personal der israelischen Armee zu reduzieren. Er opferte nicht 99,1% um 0,9% zu retten. Er (und nicht Gideon!) wählte vielmehr die für diesen Auftrag am besten geeigneten Kerle aus um alle zu retten! Der Sieg von nur 300 über 135.000 musste somit auch Gott zugeschrieben werden, also Ihm die Ehre geben anstatt Menschen – ein wichtiger Aspekt im Königreich.

Ohne die damaligen Geschehnisse in eine für uns passende Bedeutung verbiegen zu wollen, könnten sie nicht ein neues Licht auf unseren heute gängigen Ansatz des Personalabbaus in Wirtschaft und Gesellschaft werfen? Bei Gottes Aufträgen an uns geht’s ja immer um die Überwindung von Königreich-Opposition. Die Frage ist nur, wie wir das Ganze angehen. Ziehen wir alle uns verfügbaren Kräfte und Ressourcen zusammen, um den Auftrag gemäß unseres normalerweise begrenzten Verständnisses der Gesamtsituation zu erledigen? Reduzieren wir Personal um unser Unternehmen, die Gemeinde, etc.  nach weltlichen Maßstäben finanziell am Leben zu halten, auch wenn andere deswegen leiden müssen? Oder erlauben wir dem Herrn uns unkonventionelle Wege aufzuzeigen die allen zu Gute kommen? Erlauben wir Ihm diejenigen auszuwählen, die aus Seiner allumfassenden Sicht am besten für diesen Einsatz geeignet und zugerüstet sind? 

Eine Sache ist sicher im Königreich Gottes – Siege in jedweden Konflikten haben nichts mit Quantität zu tun, sondern vielmehr mit Eignung. Deshalb reduzierte Gott hier auch das Armeepersonal auf diejenigen die (a) auf Ihn hören, (b) gehorsam nach Seinen Anweisungen handeln, (c) furchtlos einem übermächtigen Feind gegenübertreten, (d) frei von Menschenfurcht sind, also sich nicht darum scheren wie sie in den Augen andere dastehen, (e) sich nicht zu schade, sondern demütig genug sind auch niedere Dienste zu verrichten, und (f) bereit sind, Ihm die Ehre zu geben, weil sie nur Ihm allein gebührt!

Gottfried Hetzer

Hinweise: (1) Dieser Artikel spiegelt die Erkenntnisse, Gedanken und persönliche Meinung des Verfassers wider und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bild: © by RinskeBlok – stock.xchng (SXC)


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