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In jenen Tagen …

„In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen.“  (Richter 17:6, Elberfelder)

sxc-bvi356Aus Angst vor dem von seiner Mutter wegen des Diebstahls ausgesprochenen Fluch gibt Micha ihr das geklaute Vermögen von 13 kg Silber zurück. Eigenartigerweise segnet sie ihn für sein Geständnis, weiht das Silber dem Herrn, benutzt jedoch 2,3 kg davon um zwei Götzen anfertigen zu lassen. Als wäre das nicht schon verrückt genug packt Micha diese Götzen in seinen privaten Schrein und heuert einen Leviten als Privatpriester an, den er mit freier Kleidung, Unterkunft, Kost und einem Jahresgehalt von 110 g Silber entlohnt.

Diese doch eher seltsamen Ereignisse gehören zu Israel’s Geschichte und spielen in einer Zeit, in der das Volk keinen gottesfürchtigen Anführer hatte. Als Gläubige haben wir heute mit dem Heiligen Geist sogar den Regierungschef des Königs der Könige persönlich direkt in unserem Herzen wohnen, und trotzdem handeln wir oft scheinbar genauso verrückt und gottlos wie die Menschen damals. Schauen wir uns doch mal einige Punkte an:

DIEBSTAHL – Wie tief muss jemand fallen um seine eigene Familien zu berauben? Es handelte sich hier nicht etwa um eine Kleinigkeit, die Micha seiner Mutter klaute, sondern um ein Vermögen, das gemäß eigenem Maßstab mehr als 100 Priester ein Jahr lang versorgt hätte! Nun stehlen wir wohl nicht so offensichtlich wie Micha, aber manchmal frage ich mich schon, wie viel von dem Vermögen unseres himmlischen Vaters wir gewissermaßen veruntreuen, indem wir es unter allen möglichen heiligen Vorwänden für Sachen (nicht einmal Menschen) ausgeben, die Gott zuwider sind.

GÖTZENDIENST – Ist es nicht skurril und widersprüchlich zugleich, dass die Mutter Gott das Silber feierlich weiht und dann einen Teil für die Herstellung von zwei Götzen nutzt, etwas, das dem Herrn total zuwider ist? Und billig waren die ja auch nicht, investierte sie doch das Äquivalent von 21 Priester-Jahresgehältern in Silber in das totes Material. Damit verstieß sie klar gegen die beiden ersten Gebote Gottes (2. Mose 20:2-6; 3. Mose 19:4). Also stellt sich im Blick auf Kirche und Gläubige folgende Frage: wie viel Geld stecken wir in tote Sachen/Abbilder (Gebäude, Fahrzeuge, Ausrüstung, …), die uns letztlich auch nicht helfen und retten können, anstatt es bevorzugt in Gottes lebendige Abbilder (seine Kinder) zu investieren, und glauben dann sogar auch noch, den Herrn damit zu erfreuen?

ANSTELLUNG – Und ist es nicht noch grotesker, dass Micha einen Leviten, also eigentlich einen Gottesmann, als Privatpriester (!) anheuert (!)? Als wenn wir uns des Herrn Dienste mit Geld erkaufen könnten. Genau überlegt ist der Versuch Gottes Gunst, Einblick, Führung, usw. mit Geld zu erkaufen eine zwar subtile, heute jedoch recht verbreitete Vorgehensweise. Frag nur mal diejenigen, die glauben aufgrund ihres materiellen Wohlstands Einfluss im Reich Gottes ausüben zu können, egal in welchem Zusammenhang.

VERDREHTER ANSATZ – Es ist doch sehr fragwürdig, dass dieser Levit gewillt war, Götzen gegen Bezahlung zu dienen. Das ist wie ein Doppelfehler im Tennis. „Du kannst nicht Gott und dem Geld dienen“ heißt es in Matthäus 6:24, aber wie viele Gläubige erschöpfen sich bei dem Versuch, genau das zu tun? Sie werden Pastoren, Evangelisten, Bibellehrer und Propheten um des Geldes Willen. Der Dienst für Gott ist ihr Weg zum Geld (Götzen). Andere wollen in der Wirtschaft viel Geld (Götzen) machen um das Reich Gottes zu finanzieren, als wenn Gott davon abhängig oder darauf angewiesen wäre. Und so ist die Liste der verdrehten Ansätze und Widersprüche wahrscheinlich recht lang.

MISSVERHÄLTNIS – Vielleicht setzt folgendes dem Ganzen dann die Krone auf: der Levit erhielt als Jahresgehalt nur einen Bruchteil dessen, was die Mutter bereit war in die Götzen zu investieren. Oder anders ausgedrückt, für diese toten, Gott widerwärtigen Götzen wurde ein Vielfaches mehr an Geld ausgegeben, als für die lebende Person, einen Repräsentanten des Lebendigen Gottes, zur Verfügung gestellt wurde. Kommt uns das im Blick auf unseren Lebensstil und unsere Prioritäten heute irgendwie bekannt vor?
Vielleicht ist das bevorstehende Weihnachtsfest und nahende Neue Jahr eine gute Möglichkeit sich mit diesen Punkte auseinanderzusetzen? Wäre doch traurig, wenn die Geschichtsbücher über unsere Tage vermelden müssten: „In jenen Tagen hörten die Gläubigen nicht auf den König der Könige; jeder machte, was er wollte.“

Gottfried Hetzer

Hinweise: (1) Dieser Artikel spiegelt die Erkenntnisse, Gedanken und persönliche Meinung des Verfassers wider und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bild: © stock.xchng (SXC)  


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