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Was ist Wahrheit?

Wer die Medienberichterstattung zu bestimmten Themen verfolgt kann schnell frustriert werden, nicht zuletzt, weil vieles entweder kontrolliert, gesteuert, offenkundig subjektiv, subtil manipulativ, schlecht recherchiert, dem Zeitgeist folgend, oder einer beliebigen Mischung aus allem erscheint, egal wie gut es zu Papier gebracht oder persönlich präsentiert wird. Die meiste Zeit meines Lebens war mir das egal. Ich schluckte alles und jedes als gegebene Wahrheit. Je älter ich werde, desto mehr ertappe ich mich jedoch dabei beim Lesen von Tageszeitungen und Magazinen, oder beim Hören von Nachrichten im Radio oder TV die angebotene Information zu überprüfen und zu fragen: „Wo liegt hier die Wahrheit?“

Als Pilatus ein Urteil über Jesus fällen sollte konnte er sich nur auf Anschuldigungen und Zeugnisse der Juden, die wenigen eigenen Worte Jesu, seine eigene innere Stimme, sein Gewissen und seine Logik stützen. Jesus behauptete: „Alle, die die Wahrheit lieben, erkennen, dass ich die Wahrheit sage“, worauf Pilatus entgegnete: „Was ist Wahrheit?“ (Johannes 18:37-38, übersetzt aus NLT-SE) Weil wir wissen, dass Pilatus Jesus (nach Johannes 14:6 die personifizierte Wahrheit) gegen seine eigene Überzeugung zur Folter und Kreuzigung auslieferte, könnten wir seine Frage auch als zynische oder abfällige Bemerkung im Sinne von „Was weißt Du denn schon?“, mit der Betonung auf dem „Du“, interpretieren.

NewspaperZurück in die Gegenwart. Während der vergangenen drei Jahre wurden wir beispielsweise mit ganz unterschiedlicher Berichterstattung zur Finanz- und Wirtschaftskrise konfrontiert, die sich zwischen einer Weltuntergangsstimmung und das-ist-schnell-vorbei-und-wir-bekommen-das-in-den-Griff Haltung bewegte. Wo liegt die Wahrheit? In den letzten Wochen scheint es eine (gesteuerte?) Anstrengung zur positiven Berichterstattung der Wirtschaftsentwicklung zu geben. Bald ist alles wieder gut, also entspannt euch, macht euch nicht zu viele Sorgen und genießt die Reise. Eine große renommierte Tageszeitung beschuldigte sogar alle Warner („die Hauptprobleme sind noch immer nicht gelöst“) als unverbesserliche, notorische Weltuntergangs-Propheten, die nur die Erholungsparty verderben wollen.

Wo also liegt die Wahrheit? Mit zig zusätzlichen Billionen € an öffentlichen Schulden wurde versucht, die Krise zu stoppen. Aber die Krise ist immer noch da, in Zahlen ausgedrückt sogar größer als vorher. Eine weltweite Verschuldung aller Sektoren (Privat, Öffentlich, Unternehmen) mit gut und gerne 180 Billionen $ zum Ende 2010, liegt nah an der mathematischen Wahrheit. Das ist deutlich mehr als das Dreifache der aktuellen jährlichen Weltwirtschaftsleistung! Um zusätzlich Salz in die Wunde zu reiben: allein die jährliche Zinszahlung (= Einkommen ohne Arbeit für Zinsempfänger) beträgt gut ein Drittel der jährlichen Weltwirtschaftsleistung! Und vergessen wir nicht – das alles muss von denen gezahlt und erarbeitet werden, die noch bezahlte Arbeit haben. Biblisch gesehen gibt es also vieles, das im Argen liegt und Sorgen bereitet. Simple Mathematik beweist, dass die wachsende Masse der hartarbeitenden Weltbürger für eine immer kleinere Minderheit von Reichen schuftet.

„Wenn die Menschen sagen: „Alles ist gut und geschützt“, und: „Da ist Friede und Sicherheit“, dann wird plötzlich unerwartetes Verderben (Ruin und Tod) über sie kommen, so wie die Geburtswehen einer schwangeren Frau. Und davor können sie keineswegs fliehen, denn es gibt kein Entrinnen. (1. Thessalonicher 5:3, übersetzt aus Amplified Bible)

Nur weil die Dinge bis dato irgendwie funktionierten heißt ja nicht, dass es auch zukünftig so sein wird. Vielleicht war es ja die Gnade Gottes, die alles so lange unter Kontrolle hielt?

Die Wahrheit ist, dass unser auf Schulden und Zinsen basierenden Finanzsystem niemals gerecht sein wird, niemals aufgeht, aber am Ende immer zu schwersten Problemen führt. Weil es Gottes Prinzipien und Wahrheiten nicht nur ignoriert, sondern gezielt angreift, bleibt die letztendliche Zerstörung ein Fakt, egal wie sehr wir versuchen es schönzufärben.

Die Wahrheit ist, dass sich Gottes Idee von Wirtschaft gewaltig von unserer unterscheidet. Das können wir ignorieren, bestreiten, unsere Augen davor verschließen oder dagegen handeln und revoltieren. Am Ende jedoch wird sich die Wahrheit durchsetzen. Frag Pilatus.

Bild: © branox, stock.xchng (SXC)


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